Erwachsenenbildung in der Migrationsgesellschaft

Internationale Mobilität ist heute keine Ausnahme mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Die Vereinten Nationen schätzen die Anzahl von Migrant*innen – also von Personen, die in einem anderen Land als ihrem Geburtsland leben – weltweit auf 244 Millionen. Laut den offiziellen Zahlen sind 20 Millionen davon Flüchtlinge. Da Flucht oft illegalisiert stattfindet, sind die Menschen, die sich heimlich über Grenzen bewegen müssen, gar nicht erfasst. Diese Entwicklungen bringen Veränderungen für Ziel- und Herkunftsgesellschaften.

In seiner aktuellen Ausgabe stellt sich das Magazin für Erwachsenenbildung die Frage, welche neuen Anforderungen und Bedürfnisse sich in der heutigen Migrationsgesellschaft für die Erwachsenenbildung ergeben. In insgesamt 14 Beiträgen geht es etwa neben Fragen nach der Anerkennung von im Ausland absolvierten Ausbildungen oder den entsprechenden  Bildungsmaßnahmen für Menschen aus anderen Bildungssystemen insbesondere um die Thematisierung von Flucht und Asyl, die in den Beiträgen einen Schwerpunkt bildet.

Hier stellt sich nicht nur die Frage welche Kompetenzen Geflüchtete mitbringen – vielmehr geht es in der Auseinandersetzung mit geflüchteten Menschen um ein Umdenken und Reflektieren unhinterfragter Denkmuster oder „eigener Blindheiten“ (Seite 07-8). Constanze Spieß macht in ihrem Beitrag etwa klar, dass die Rede vom „Flüchtlingstsunami“ oder „Flüchtlingsstrom“ keine wertfreien Begriffe sind, sondern dazu dienen, Flüchtlinge sprachlich in einen negativen und bedrohlichen Kontext zu rücken. Malte Ebner von Eschenbach nimmt in ihrem Artikel die Erwachsenenbildung in die Pflicht, ihre gesellschaftliche Reflexionsfunktion ernst zu nehmen und auf Migrationsbewegungen produktiv zu reagieren. Migration als Abweichung vom Normalfall der Sesshaftigkeit zu betrachten, sei heute nicht mehr zeitgemäß. Sie plädiert dafür Migration als Lebensform zu betrachten – eine ihrer Meinung nach für die Erwachsenenbildung notwendige Perspektive, um Migrant*innen überhaupt Ausdrucksmöglichkeiten in der Bildung bieten zu können. Der Tenor der Schwerpunktausgabe: „Es ist Zeit, dass die Erwachsenenbildung in der Migrationsrealität ankommt und diese mitgestaltet.“ (Seite 01-1)

Die vollständige Ausgabe 31 des Magazins für Erwachsenenbildung kann hier online nachgelesen werden:

Erwachsenenbildung und Migration. Ankommen. Weiterkommen? Flucht, Asyl und Bildung.